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Gelassenheit: Kunst des Älterwerdens

Es ist ja ebenso selbstverständlich wie komisch: Die Menschen wollen gern lange leben - aber niemand will älter werden, geschweige denn alt. Obwohl man ja weiß, dass das Altern bereits im Mutterleib beginnt, also lange, bevor der erste Schrei getan wurde. Und - genau so interessant - man sich ja offensichtlich lieber mit dem Älterwerden arrangiert als mit dem Altwerden. Obwohl - sprachwissenschaftlich gesehen - älter ja die Steigerungsform von alt ist und und mit dem deutschen Philosophen Wilhelm Schmid also die Frage erlaubt sein muss, ob die Menschen nicht vielleicht doch lieber älter als alt sein wollen?!

Aber wie auch immer: Je mehr Kerzen man beim Geburtstag ausblasen darf bzw. muss, umso mehr muss man lernen, mit dem eigenen Altern zu leben.

Aber wie auch immer: Je mehr Kerzen man beim Geburtstag ausblasen darf bzw. muss, umso mehr muss man lernen, mit dem eigenen Altern zu leben. In seinem Sachbuch-Bestseller »Gelassenheit - Was wir gewinnen, wenn wir älter werden« nennt Schmid dies die »Kunst des Älterwerdens«, mit Blick auf die entsprechende Werbung etwas provozierend auf englisch »Art of Aging statt Anti-Aging«.

Seine »zehn Schritte zur Gelassenheit« machen das Altern theoretisch erfahrbarer, aber damit auch nicht einfacher. Dennoch sind die gerade mal 115 Seiten überaus interessant zu lesen, können die darin enthaltenen Gedanken doch dazu beitragen, das eigene Leben mit seinen vielen Facetten frühzeitig richtig einzuordnen und gelassen damit umzugehen.

Schmid vergleicht die Zeiten des Lebens dazu sehr plastisch mit einem ganz normalen Tagesablauf. Und plötzlich wird einem die Begrenztheit des Lebens klar: So, wie sich der Tag neigt, so neigt sich auch das Leben - auch wenn dies in jungen Jahren noch in weiter Ferne liegt. Gewohnheiten, der Umgang mit Lüsten und Glück ebenso wie der mit Schmerzen und Unglück, Berührungen, Liebe und Freundschaft - dies alles und mehr im Alterungsprozess gelassen hin- und anzunehmen: Das beschreibt Schmid sehr anschaulich und lässt einen innehalten. Es ist unbestreitbar nicht einfach, an das eigene Ende zu denken, wo es vielfach »hier jetzt noch so schön« ist. Und doch: Schmids Gedanken zu einem möglichen Leben nach dem Tod sind tröstlich. Ganz besonders, wenn man sein eigenes als den individuellen »winzigen" Beitrag zu einem großen Ganzen sieht.

Wilhelm Schmid, »Gelassenheit - Was wir gewinnen, wenn wir älter werden«, Insel Verlag 2014, ISBN 978-3-458-17600-8, im Buchhandel 8,00 Euro, auch als E-Book und Hörbuch-Download zu haben - natürlich auch in der Bücherstube Lübbecke.

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