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Erlösung

588 Seiten können auch zu kurz sein. Manchmal kann man einen Krimi verschlingen und gleichzeitig hoffen und beten, er möge nicht so schnell zu Ende gelesen sein. Auch wenn die Spannung und Dramatik zum Ende immer schneller dem Ende und Höhepunkt zu treibt. So geschehen beim neuen Roman von Jussi Adler-Olsen "Erlösung", soeben erschienen im Juli 2011. Der Krimi ist somit genau die richtige Lektüre für die anstehenden Ferientage - oder -wochen.
Nach den beiden ersten Krimis"Schändung" (2008) und "Erbarmen" (2008) ist "Erlösung" der dritte Fall für das Sonderdezernat Q der Kopenhagener Polizei mit dem Ermittler Carl Morck. Dieser hat das Zeug zu einem Dauerbrenner, wenn Jussi Adler-Olsen ihn weiter so behutsam und menschlich, feinsinnig und doch auch wieder grobschlächtig den Lesern präsentiert.
Nachdem die beiden ersten Krimis in Deutschland einschlugen wie eine Bombe, hat sich der Verlag beeilt, auch den dritten Teil ins Deutsche übersetzt zu bekommen und den Lesern zu präsentieren. Es kann davon ausgegangen werden, dass auch der dritte Teil mit Macht in die Bestsellerlisten stürmen wird, so wie die beiden ersten Romane schnell eine Fangemeinde gefunden haben, die täglich größer werden dürfte.

So geschehen beim neuen Roman von Jussi Adler-Olsen "Erlösung", soeben erschienen im Juli 2011. Der Krimi ist somit genau die richtige Lektüre für die anstehenden Ferientage - oder -wochen.Carl Morck, der in die Kellerräume des Polizeipräsidiums in Kopenhagen abgeschoben wird, um mit zwei skurrilen Helfern ungelöste Mordfälle zu überprüfen, ist für die Obrigkeit ein unbequemer Ermittler, für seine beiden Assistenten ein unbequemer Chef und für seine Mitmenschen eine skurrile, aber gleichzeitig auch derb liebenswerte und mitkriminalistischem Spürsinn versehene Erscheinung. Die eine Helferin ist Lisa, eine nicht nur im Aussehen schrille Person, der andere Helfer ist Assad, ein Syrer unklarer Herkunft, eingestellt als Putzmann, Kopierhelfer und Aktenschlepper. Beide entwickeln sich durch ihre unterschiedlichen Charaktere zu zwei Personen mit Eigenleben und werden zu den besten Assistenten des Sonderermittlers, der bauchfühlig und präzise mit einem sicheren Gespür und Instinkt seine Fälle löst. Carl Morck, der zudem mit behördlichen Widrigkeiten ebenso zu kämpfen hat wie mit den Dämonen der eigenen Vergangenheit, muss dazu mit seinem ungeordneten Privatleben fertig werden.

Sein neuer Fall ist ebenso brisant wie emotionsgeladen und glänzend aufgebaut: Aus Sekten, die abgeschieden liegen, werden Kinder reicher Eltern entführt, Lösegeld erpresst und nichts davon dringend über Jahre nach außen. Bis eine alte Flaschenpost mit einem unleserlich geworden Brief den Sonderermittler Carl Morck ziemlich zufällig erreicht. Nach Anlaufschwierigkeiten vertieft sich dieser in den alten Fall und gelangt auf die Fährte eines Mörders, der immer noch aktiv ist, gerissen und fast nicht greifbar seiner Profession nachgeht. Carl Morck, ein Kommissar der spontan Sympathie erweckt, ist er doch ein Querkopf, der sich gegen die Vorgesetzten, seine geldgierige, von ihm getrennt lebende Ehefrau und einen flegelhaften pubertierenden Sohn behaupten muss. Zudem hat er den gelähmten Kollegen Hardy bei sich aufgenommen, der aufgrund seines Fehlers bei einem Einsatz so verletzt wurde, dass er bettlägerig gelähmt gepflegt werden muss. Carl Morck ist es, der ihn vor dem Dahinvegetieren in einem Heim bewahrt und so auch seinem schlechten Gewissen ein wenig Linderung schaffen kann. Über dem traumatischen Ereignis liegt aber immer noch ein rätselhafter Schatten, den der Autor in einem der nächsten Fälle ein wenig Aufhellung wird zuteil werden lassen.

Die Verfolgung des raffinierten Mörders gestaltet sich schwierig, zumal es im Laufe der Ermittlungen klar wird, dass der Mörder wieder zwei Kinder in seine Gewalt gebracht hat und nicht absehbar ist, ob die Ermittlungen schnell genug zu einem Ende gebracht werden. Die Identität der Bestie in Menschengestalt ist wegen dessen Raffinesse im Verschleiern, Verkleiden und Verschwinden kaum auszumachen.
Jussi Adler-Olsen hat in seinem dritten Krimi die beiden ersten an Spannung, Raffinesse und Geschwindigkeit nochmals überboten, auch den humorigen Anteil an den Disputen zwischen Carl Morck und Rose, seine erste Ermittlerin, und Assad, seinem zweiten Ermittler nochmals erhöht, so dass dem Leser nur eines bleibt: Hoffen, dass bald der vierte Band der Serie erscheint, diese verdient den ihr zuteil werdenden Kultstatus bereits heute.
 Jussi Adler-Olsen "Erlösung" wurde rezensiert von Rüdiger Schulz, Lübbecke. Der Kriminalroman ist erschienen im DTV Verlag unter der DTV Premium 24852 Kopenhagen 2009 und Deutschland Juli 2011, ISBN 978-3-423-24852-5, Preis: 14,90 Euro