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"Die Babylon-Falle" - ein Mühlenkreiskrimi

Krimifans kennen sich in aller Regel aus in der Welt. Denn sie begleiten vielleicht Wallander von der Mariagata in Ystad auf Verbrecherjagd, tauchen ab in die Londoner Underground oder begleiten den Commissario auf den Kanälen von Venedig. Aber Lange Straße? Und dann in Rahden? Wo ist denn das? Und gibt's da Verbrechen?

Durchaus, wie die 222 Seiten von »Die Babylonfalle« beweisen. Wilfried Bremermann hat mit ihr einen Mühlenkreis-Krimi geschrieben, der es wirklich in sich hat. Jawoll - und was für welche! Dafür »sorgt« Wilfried Bremermann. Im beschaulichen Hille lebt der Hobbyautor, ein erklärter Fan des skandinavischen Erfolgskriminalisten Robert Ludlum. Kein Wunder also, dass der Bankkaufmann in seiner Freizeit seinem prominenten Vorbild nacheifert und ein Szenario mit »Blut, Schreie, Tränen« entwirft. Verstörend nur, dass es für Kenner der Gegend sozusagen vor der Haustür passiert. Man weiß zwar, dass auch hier natürlich das Verbrechen nicht schläft. Aber Grabschändung, Großbrand und brutale Morde in so einem Provinznest - und das alles im Zusammenhang stehend mit übelsten Verbrechen gegen das Leben in Frankfurt am Main, geht das?

Durchaus, wie die 222 Seiten von »Die Babylonfalle« beweisen. Wilfried Bremermann hat mit ihr einen Mühlenkreis-Krimi geschrieben, der es wirklich in sich hat. Von der ersten Seite an drückt der Autor - um im Bild zu bleiben - aufs Tempo. Und entwickelt eine Mordsgeschichte, die im weiteren Verlauf den Atem stocken lässt. Bühne dafür ist die Main-Metropole. Aber wie Bremermann die Verbindung zwischen »Mainhattan« und »Moortown« herstellt, darauf muss man als Autor auch erstmal kommen.

Die Krimifans begleiten eine sehr junge Kommissarin auf ihrem verzwickten Ermittlungsweg aus der Provinz in die Großstadt. Hier beginnt der von Bremermann inszenierte Alptraum erst richtig, unterbrochen von ein bisschen entspannender Liebelei, die heutzutage in kaum einem Buch fehlt - auch nicht in einem Krimi. Und genau die damit verbundenen Emotionen sind es, die lesen und leiden lassen und einen gefangen nehmen in der der »Babylon-Falle«.

Aber gibt es daraus ein Entrinnen? Wer das wissen will, wird nicht umhin kommen, sich der 222 Seiten intensiv zu widmen. Eins ist dabei aber gewiss: Langeweilig wird es mit dem Buch nicht.
»Die Babylon-Falle«, von Wilfried Bremermann, tredition Verlag, als Paperback, ISBN: 978-3-7323-0549-0, kostet es 12,99 Euro, als Hardcover, ISBN: 978-3-7323-0550-6, kostet es 19,99 Euro und als e-Book-Version 2,99 Euro.