• Lübbecke
  • Espelkamp
  • Rahden
  • Pr. Oldendorf
  • Hüllhorst
  • Stemwede

Die Affäre Mollath

Das Wort »hanebüchen« erscheint sehr häufig in der Buchausführung der Zusammentragung in der causa Mollath, aber »haarsträubend«, »unglaublich« »nicht nachvollziehbar« scheinen noch angebrachter.

Wer hat in den letzten vielen Monaten nicht in der Medien von Gustl Mollath und seiner Unterbringung in der geschlossenen Psychartrie gelesen oder gehört!?Wer hat in den letzten vielen Monaten nicht in der Medien von Gustl Mollath und seiner Unterbringung in der geschlossenen Psychartrie gelesen oder gehört!?

Die beiden Journalisten Ritzer und Przybilla haben in ihrem Buch »Die Affäre Mollath« alle erkenn- und belegbaren Fakten zusammengetragen: Mollath klagt in allen erdenklichen Institutuionen Schwarzgeldgeschäfte seiner Ehefrau und ihres Arbeitgebers, einer deutschen Großbank, an, aber niemand will ihm glauben.

Sogar werden seine Anliegen inklusive einiger schriftlicher Beweise ignoriert. Durch den Rosenkrieg mit seiner Ehefrau und deren Ankündigung ihn »auszuschalten«, werden Mollaths Hinweise ins Gegenteil gekehrt, da die Nochehefrau eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt, Körperverletzung und illegalen Waffenbesitzes erstattet.

Sie hat Erfolg – Mollaths Beweise und Hinweise werden, mit Unterstützung der Gerichte und auch diverser psychiatrischer Gutachter, als gefährlicher Wahn erklärt und er landet »hinter weißen Wänden« - seit nunmehr mehr als sieben Jahren!

Die betroffene Bank wusste Bescheid, denn es wurde eine interne Revision durchgeführt, die allerdings bisher nicht zur Entlastung Mollaths benutzt werden konnte, da sie in den hausinternen Archiven landete.

Für Gutachter, Richter, wie auch Politiker haben die Recherchen der beiden Journalisten ergeben, dass haufenweise Versäumnisse und Fehler gemacht wurden, ja, dass selbst Gutachten erstellt wurden, ohne den Probanden untersucht zu haben. Man bezog sich auf die gerichtlichen Argumente, wie die Gerichte sich auf die Ausführungen der Gutachter beriefen.

Sehr aufschlussreich zu lesen, was die beiden Süddeutsche-Zeitung-Journalisten zusammengetragen haben. Man sollte hoffen, dass nunmehr sich bald etwas Entscheidendes in der Affäre Mollath tut – ich bin sehr auf den Fortgang, den wir in den Medien werden verfolgen können, gespannt. (dbk)
»Die Affäre Mollath« von Uwe Ritzer und Olaf Przybilla gibt es Buchhandel, auch in der Bücherstube Lübbecke, ISBN 978-3-426-27622-8, Droemer Verlag, 19,99 Euro.