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Augenblick der Ewigkeit

1908 geboren, gestorben vor 22 Jahren, Klavierwunderkind bereits in sehr jungen Jahren, herausragender Dirigent, passionierter Hobbypilot und umworbener Frauenschwarm - Herbert von Karajan? Nein, es ist Karel Bohumil, der sich später Karl Amadeus Herzog nennen wird, der Protagonist dieses Romans von Bernhard Sinkel.

Herzog, das Wunderkind, der Stardirigent, der sich um der Karriere Willen mit den Nazis einlässt und Erfolge einheimst. Später, von der Technik fasziniert, ist er besessen davon, per Satellit die größten und berühmtesten Orchester der Welt simultan zu dirigieren.
Der Dirigent wächst als Sohn eines Geigenbauers und Wandermusikers auf. Nach dem tragischen frühen Tod seines Vaters wird Herzog von einem jüdischen Hofrat in Österreich gefördert, der ihm seine Ausbildung ermöglicht. Von Ehrgeiz und Erfolgswillen getrieben, wird die große Liebe zwischen ihm und der Tochter seines Mentors, dem Emporstrebenden kein erfülltes Ende bringen. Andere Ehefrauen betreten die Romanbühne, schwierige und auch liebevolle Beziehungen zu seinen Kindern bestimmen das Leben und auch sonstige romantypische Klischees werden verarbeitet.

Dieser Dirigentenroman ist ganz nett zu lesen, und man hört quasi die musikalischen Untermalungen - wir können uns dieses Werk allerdings eher als Drehbuch oder Vorlage für eine filmische Inszenierung vorstellen, aber ist es ein Wunder? Der Autor ist ein “Filmemacher”! (dbk)