• Lübbecke
  • Espelkamp
  • Rahden
  • Pr. Oldendorf
  • Hüllhorst
  • Stemwede

Arcandors Absturz

Als Arcandor noch Karstadt-Quelle hieß, waren über 100.000 Mitarbeiter beschäftigt. Doch zwischenzeitlich sind ein großer Teil der Konzerntöchter verkauft oder liquidiert worden – der Konzern ist insolvent und zerschlagen! Der Historiker und Wirtschaftsjournalist Hagen Seidel hat mit seinem Buch "Arcandors Absturz" ein sehr überzeugendes Werk über die Historie dieses Weltkonzerns abgeliefert.

Lesenswert, sogar spannend wird der Werdegang des Konzerns und seiner jeweiligen Lenker dargestellt und mit vielen Fakten und fundiertem Wissen dargestellt. Seidel beleuchtet die jeweiligen hauptverantwortlichen Entscheidungsträger von Walter Deuss bis hin zu Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg. Einen großen Teil nimmt selbstverständlich die Ära Middelhoff ein – wobei sich herausstellt, dass der schillernde frühere Bertelsmann-Manager nicht die Alleinschuld am Untergang des Arcandor-Konzerns trägt. Beim Antritt von Thomas Middelhoff, auf Wunsch von Frau Schickedanz, habe dieser KEIN florierendes Unternehmen übernommen, denn es erweist sich, dass durch viele Altlasten in Form von Managementfehlern, das Unternehmen zu dieser Zeit bereits so gut wie nicht mehr lebensfähig war.
Seidel zeigt die schon früher begangenen Fehler auf, die all diejenigen machten, die Einfluss nehmen wollten. Bei Seidels Recherchen ergaben sich Fakten, die einige ehemalige Entscheidungsträger zum Teil verdrehten,wegließen oder auch leugneten – doch die waren doch die Lenker und hätten den jahrelangen Untergang doch verhindern sollen! Ein tolles Buch, welches uns viel Hintergrundinformationen gebracht hat!

"Arcandors Absturz ", Hagen Seidel, ISBN 978-3-593-39249-3, Campus Verlag, 24,90 Euro