• Lübbecke
  • Espelkamp
  • Rahden
  • Pr. Oldendorf
  • Hüllhorst
  • Stemwede

Von der Bernauer Straße zur East Side Gallery und zum Scharmützelsee

Genau 50 Jahre ist es her, dass das DDR-Regime mit dem Mauerbau in Berlin begann. In der Nacht vom 12. zum 13. August kappten rund 15.000 Polizei- und paramilitärische Kräfte die Verkehrswege zwischen Ost- und Westsektor. In den folgenden Stunden wurden Zäune aufgestellt, Türen und Fenster in direkt an der Sektorengrenze gelegenen Häuser zugemauert - die Vorboten der Mauer samt Grenzbefestigungen, die erst ab November 1989 wieder fielen.
Fernsehen gab es damals - natürlich. Aber nur vergleichsweise wenige hatten schon eins. So saßen die Menschen vor den Radios und wollten den dramatischen Reportagen kaum glauben, die aus Berlin durch den Äther in die Wohnzimmer und Küchen gesendet wurden.

"Nur" ein halbes Jahrhundert ist es also her, dass Berlin durch eine 43 Kilometer lange Mauer getrennt wurde. Die Wiedervereinigung hat inzwischen die meisten Spuren getilgt, es gibt nur noch wenige sichtbare Zeugen von damals. Dazu gehören das Mauermuseum und die Gedenkstätte Berliner Mauer - www.berliner-mauer-gedenkstaette.de - an der Bernauer Straße. Sie bildete die Grenze zwischen den Berliner Stadtbezirken Wedding und Mitte und war ein Brennpunkt der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte. Hier starben Menschen beim verzweifelten Sprung aus Häusern auf der Ostseite in den freien Westteil, hier wurden Fluchttunnel gegraben, hier entschied sich der Grenzsoldat Conrad Schumann im Kampfanzug für den Sprung über den Stacheldraht - dieses Foto schrieb Geschichte und ist eines von vielen Dokumenten, auf das man in Klein-, aber auch in Großformat an einer Hauswand im Bereich der Gedenkstätte trifft.
Von einem Aussichtsturm aus blickt man auf die Gedenkstätte mit einem Stück erhaltener Sperranlage samt Park mit Infoständen. Und genau hier, zwischen Bernauer Straße und Eberswalder Straße, wurden vom 10. auf den 11. November 1989 die ersten Mauerstücke entfernt, um einen neuen Übergang zwischen Ost- und Westberlin zu schaffen. Geschichtswissen auffrischen kann man auch bei einer erholsamen Spree-Tour auf einem Ausflugsschiff. Wer dabei bis zu O2-Arena fährt, kommt zur East Side Gallery. Hier haben 100 Künstler aus aller Welt die bis dahin weißgraue Mauer gestaltet und so zu einem weltweit bekannten Kunstobjekt gemacht.

Nach so viel Historie drängt sich Erholung regelrecht auf. Rad- und Rikschafahrten bieten sich da an. Aber warum nicht mal auf einen Segway steigen - nicht unbedingt in Berlin, aber vielleicht am nur 50 Kilometer entfernten Scharmützelsee. Bei Segway 3000 - www.segway3000.de - kann man Touren buchen - Geschichte, Idylle und Abenteuer inklusive. Nach Intensiv-Einweisung geht's los ein Stück am See entlang, durch das schick restaurierte Bad Saarow, vielleicht vorbei an der Kirche, in der Max Schmeling heiratete, vorbei am "Eierhaus" und an einer schwimmenden Sauna. Segway fahren: Das macht Spaß und ist auch für Technikmuffel leicht und schnell erlernbar. Wer dann noch will, kann im Kletterpark gut zwei Stunden in den Bäumen turnen. Viel Spaß…

Zum Abschluss eines überaus interessanten, aber auch anstrengenden Berlin-Wochenendes bietet sich am Sonntag ein Bummel über den Flohmarkt im Mauerpark an, nur wenige Meter entfernt von der Gedenkstätte Bernauer Straße. Hier trifft sich nicht nur ganz Europa - hier trifft sich sozusagen die ganze Welt. Denn dieser Flohmarkt ist offenbar in Mexiko ebenso bekannt wie in Tokio. Das Angebot ist ebenso bunt wie die Besucherschar: Gutes Altes gibt es durchaus, doch braucht man Erfahrung und ein gutes Auge, um es im Wust von "Schrott" zu entdecken. Aber es gibt viel zu sehen und viel zu handeln: Flohmarktfans kommen hier in jedem Fall auf ihre Kosten.