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Von den bunten Bären zum "Tränenpalast"

Nach 2002 und 2003, 2006 und 2009/2010 war die Schau mit rund 140 Buddy Bären unter dem Motto "Die Kunst der Toleranz - Eine Idee auf Welttournee" wieder zu Gast in der deutschen Hauptstadt. Im Bereich Kudamm/Ecke Knesebeckstraße standen die bunten Bären friedlich sozusagen Hand in Hand und warben für Toleranz und Verständigung zwischen Völkern, Kulturen und Religionen. Seit ihrem ersten Besuch an der Spree in 2002 haben weltweit bereits mehr als 25 Millionen Menschen die Skulpturen aus Plastik gesehen, bewundert - oder aber auch für überflüssig gehalten.
Alle Bären sind gleich groß - zwei Meter -, aber jeder sieht trotzdem anders aus. Denn jeder ist Repräsentant eines anderen - von den Vereinten Nationen anerkannten - Landes und entsprechend von einem dort beheimateten Künstler gestaltet. Neben den bunten Riesen fällt der silbergraue, mit einem Einstein-Bild verzierte Bär auf, denn er steht auf allen Vieren, während sich seine "Kumpels" auf zwei Beinen in voller Höhe zeigen. Der kubanische Bär hat natürlich eine Zigarre im Maul und trägt eine Bauchbinde, der australische erinnert an die Ureinwohner, usw. usw. Klar, die Bären sind beliebte Fotomotive - und wer davon eins für Familienalbum schießen will, hat noch bis zum Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, dazu Gelegenheit.
Weniger fröhlich, lustig und bunt ist es im "Tränenpalast" neben dem Bahnhof Friedrichstraße auf der anderen Seite des Schiffbauerdammes. Wer will, kann hier an der einzigen ehemaligen Grenzübergangsstelle nachvollziehen, was es in Zeiten der Deutschen Teilung hieß, von West nach Ost bzw. zurückzugehen. Hier flossen Tränen - Tränen der Freude, der Trauer, der Erleichterung; sie gaben diesem Bauwerk ihren Namen. Wer einmal durch ihn hindurch musste, durch unter- und oberirdische Labyrinthe, in denen man nach wenigen Metern die Orientierung verlor, wer in einer der schmalen Holzkabinen den DDR-Grenzern hinter der Glasscheibe gegenüberstand, die mit einem Blick in den an der Decke schräg aufgehängten Spiegel den "ganzen" Besucher erfassten und dann vielleicht Minuten intensiv die Ausweispapiere studierten - der weiß, wie sich Ausgeliefertsein anfühlt, das vergisst man nicht …
Kein Wunder also, dass man beim Gang durch die Ausstellung immer wieder Gesprächsfetzen mitbekommt von Menschen, die den "Tränenpalast" selbst erlebt haben. Unterschiedlichste Dokumente, von Pässen über Koffer bis hin zu Filmen geben ein Stück deutscher Geschichte wider, das noch gar nicht so lange her ist, dennoch aber mehr und mehr vergessen wird. Im "Tränenpalast", kostenlos zu besuchen, wird die Erinnerung glücklicherweise festgehalten…

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