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Der Burger - Teil I: Uncle Sam's Diner

Der Burger leidet unter dem Ruf, der ihm durch überwiegend amerikanische Fast-Food-Ketten angehaftet wurde. Kalorienreich, dennoch mit dem Nährwert von Pappe und irgendwie nicht sättigend. Dabei hört sich das Konzept doch eigentlich gesund und gut an: Brot, gutes Fleisch, ein bisschen Salat und Gemüse. Mehr braucht es für einen Burger doch nicht, oder doch?
Um den besten Burger der Stadt zu finden, wurden wieder zwei verschiedene Lokalitäten begutachtet. Eine im tiefsten Berliner Westen, seit jeher bekannt für seinen hohen Anteil an amerikanischen Mitbürgern, die andere im hippen Prenzlauer Berg, bekannt für teure Mieten und Vegan Eis-Läden.

Der Burger leidet unter dem Ruf, der ihm durch überwiegend amerikanische Fast-Food-Ketten angehaftet wurde. Kalorienreich, dennoch mit dem Nährwert von Pappe und irgendwie nicht sättigend.Ein Restaurant unter der Leitung eines ehemaligen amerikanischen GI’s, der selber noch hinterm Tresen steht und die Gäste mit US-Sport (Satelliten-TV) und US-Drinks (alle möglichen Soft-Drinks, die es sonst hierzulande nicht gibt) versorgt. Hört sich eigentlich gut an. Die Einrichtung ist gewöhnungsbedürftig, da mit aller Macht und dem im Berliner Großraum aufgekauften US-Kitsch (Indianer in allen möglichen Farben und Formen) gezeigt werden soll: Wir sind ein Diner mit amerikanischen Spezialitäten! Ok, kapiert!
Bisschen weniger ist manchmal mehr. So lange das Essen aber gut ist, kann man die Einrichtung ja ignorieren. Ist es aber leider nicht. Meine vorurteilsvollen Erwartungen (ein amerikanischer Koch MUSS doch einen guten Burger machen können!!!) wurden auf ganzer Linie zutiefst enttäuscht. Der Burger war vom Geschmack, der Präsentation und der Qualität her eine Zumutung. Labbriges Brot, vorgefertigtes Fleisch aus dem 50-er Pack der Tiefkühltruhe und Pommes (für die man extra zahlt), die man auf einem schäbigen Teller an zwei Händen abzählen kann.
Wer ist nun schuld an diesem Desaster? Nicht der schlechte Koch oder der blinde Innenarchitekt. Nein, ich nehme die Schuld ganz und gar auf meine Kappe. Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert, dem Zeitalter der Globalisierung! Die Zeiten, in denen nur Italiener Pizza machen konnten, nur Franzosen Café au Lait anboten und das Oktoberfest nur in München gefeiert wurde, sind vorbei. Diesem Amerikaner sollte man den Pass wegnehmen, auf dass nie wieder Kunden aufgrund seiner Nationalität falsche Schlüsse auf das Essen ziehen mögen. Sparen Sie sich die weite Fahrt und fasten Sie. Es wird weitaus befriedigender sein als das Essen im Uncle Sam’s Diner.

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