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Christopher Street Day ist bunte und laute Demo

Für die meisten Besucher ist der Christopher Street Day (CSD) in Berlin ein megabuntes Ereignis, Gelegenheit für Partys und zu außergewöhnlichen Schnappschüssen – für die Teilnehmer an dem stundenlangen Umzug durch die Stadt ist er viel mehr. Nämlich eine publikums- und medienträchtige Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben, Transsexuellen und Transgendern, Inter- und Bisexuellen.

Bei sommerlichen Temperaturen unter einem blauweißen Himmel startete der Umzug Samstagmittag von der Kreuzung Kurfürstendamm/Joachimstaler Straße auf einem eigens dafür gesperrten Teilabschnitt des Kurfürstendammes. Hier gab es die ungewöhnlichsten Verkleidungen auf engstem Raum: Engel, Priester, Nonnen, Sambatänzer, auch völlig nackt nur mit viel Körperfarbe ausstaffiert – dem Einfallsreichtum der mehreren tausend Paradeteilnehmer waren keine Grenzen gesetzt.

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Bis in den späten Nachmittag hinein zog die ungewöhnliche Parade auf „dicken Brummis“ und mit kleinen Lkw durch mehrere Stadtteile; immer dabei unüberhörbar wummernde Musik aus riesigen Lautsprechern. Homosexuelle und andere sexuelle Minderheiten wollen nicht mehr diskriminiert werden. Und das brachten sie auch deutlich zum Ausdruck unter dem vielfach zu lesenden Motto: „Schluss mit Sonntagsreden“. Bei diesem 35. CSD durch die deutsche Hauptstadt hatten die Veranstalter im Vorfeld das Motto drastisch in die Tag umgesetzt und der CDU untersagt, mit einem eigenen Wagen teilzunehmen. Begründung: Der Kurs der Christdemokraten in Sachen Gleichstellungsdiskussion von Schwulen und Lesben.

Was für die teilweise Fähnchen schwenkenden Mitfahrer auf den bunt geschmückten Fahrzeugen vermutlich ein hochpolitisches Thema ist, ist für viele andere, nämlich die Zuschauer, ein großer Spaß, den sie am Rande der Parade genießen. Wobei mancher Besucher offenbar in der falschen Veranstaltung gelandet ist. So erklärte etwa ein Tourist in unzweifelhaft bayerischen Mundschlag seinem Zuhörer am anderen Ende des Mobiltelefons, „das jetzt gleich die Love Parade losgeht...“

Nach ja – Parade stimmt ja, und um Liebe geht es beim CSD ebenfalls: Also fast richtig erklärt, oder?

Aber es gab auch viele, die auf die Schwulen- und Lesben-Parade überhaupt nicht gut zu sprechen waren – die Autofahrer. Mal eben durch die Stadt fahren war nicht: Alles gesperrt im Zentrum und vielen Außenbezirken, was viele Umleitungen und jede Menge Geduld beim Warten erforderte.