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Carsten Vauth und sein Traum vom Film

In Rinteln geboren, in Porta Westfalica aufgewachsen, in Berlin Zuhause.

HALLO LÜBBECKE spricht mit dem jungen Regisseur und Filmemacher Carsten Vauth über seine Heimat, seine Erfahrungen in Hollywood und über seinen aktuellen Film „Radio Silence“, der vor kurzem Premiere gefeiert hat und heute auf DVD, Blu-Ray und als Video-on-Demand erschienen ist.

In Rinteln geboren, in Porta Westfalica aufgewachsen, in Berlin Zuhause.HALLO LÜBBECKE: Carsten, Du bist im Mühlenkreis aufgewachsen und hast Dich für das Filmemachen entschieden. Unsere Region ist nicht gerade als das Mekka der Filmindustrie bekannt. Was hat Dich dazu inspiriert, in dieser Branche tätig zu werden?

Carsten Vauth: Ich war schon als Kind total begeistert von Filmen und habe versucht, alles zu sehen, was ich bekommen habe. Irgendwann habe ich dann angefangen, mit Freunden eigene kleine Filme mit der Videokamera meiner Eltern zu drehen. Da habe ich gemerkt, wie viel Spass mir das macht, und habe dann irgendwann beschlossen, das später mal beruflich machen zu wollen. Aber wenn ich ein ganz genaues ausschlaggebendes Erlebnis benennen müsste, wäre das sicherlich, als ich zum ersten mal den Film "Die Goonies" gesehen habe. Ein Abenteuerfilm über Kinder, die damals im gleichen Alter waren wie ich, die auf eine Schatzsuche zu gehen. Ich war begeistert davon, dass Filmemachen dir die Möglichkeit gibt, solche Abenteuergeschichten, die man im realen Leben nie erleben wird, auf der Leinwand auszuleben.

HALLO LÜBBECKE: Mittlerweile wohnst Du dauerhaft in Berlin. Hast Du noch einen Bezug zu deiner Heimat? Kann man Dich hier noch antreffen?

Carsten Vauth: Ja, ich bin noch recht häufig hier. Meine Familie und viele meiner Freunde wohnen noch hier. Und wenn ich dann mal dem Stadt-Trubel von Berlin entgehen will, komme ich immer wieder hier her zurück. Trotzdem kommt man, wenn man in dem Bereich arbeiten will, nicht an Berlin vorbei. Aber mittlerweile habe ich mich mit der Stadt angefreundet.

HALLO LÜBBECKE: Du hast das Studium Film- und Fernsehwirtschaft in Dortmund mit Bestnote abgeschlossen. Fast im Anschluss hast Du bereits erste Erfahrungen in Hollywood sammeln können. Wie kam es dazu, dass Du den Sprung über den großen Teich machen konntest?

Carsten Vauth: Ich habe direkt nach meinem Studium einen Kurzfilm gedreht, mit dem ich den Filmpreis "Shocking Shorts Award" gewonnen habe. Der Preis wird von NBC Universal vergeben, und der Gewinner bekommt eine Art Stipendium bei Universal in Hollywood. Im so genannten Filmmasters Program wird man nach Los Angeles eingeladen und durchlebt alle Stationen eines grossen Filmstudios. Angefangen von Drehbuchbesprechungen, Drehs der Filme - ich war damals zum Beispiel beim Dreh von "Fast & Furious 5" - bis hin zum Marketing. Das ist schon großartig, für einige Zeit mal Teil des Ganzen zu sein und über das Universal Gelände zu laufen, wo so viele der Filme entstanden, die mich damals dazu bewegt haben, selbst Filme zu machen. Und auf jeden Fall war danach für mich klar: Da will ich irgendwann einmal hin. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg, erstmal muss man es in Deutschland schaffen.

HALLO LÜBBECKE: Lass uns über Deinen aktuellen Film reden: Dein Film „Radio Silence“ hat uns beim Ansehen gleich in seinen Bann gezogen. Es ist ein klassischer Horrorthriller, der den Zuschauer mit viel Spannung und Action, aber auch mit viel Liebe zum Detail begeistert. Besonders die Ästhetik des Films, also die Drehorte und Requisiten sind uns direkt aufgefallen. Wie ist es zu der Idee des Filmes gekommen? Und wo wurde er gedreht?

Carsten Vauth: Gedreht haben wir in Leipzig und Umgebung - aber wir wollten, dass es nicht wie Leipzig, bzw. allgemein wie Deutschland aussieht. Darum ist auch soviel Arbeit in den Look des Films geflossen. Deutsche Genre Filme haben es beim heimischen Publikum immer schwer und werden oft vorverurteilt. Darum habe ich mich entschlossen, dem Film einen amerikanischen Look zu geben, ohne aber zu tun, als würde der Film in den USA spielen.

Radio Silence spielt in der fiktiven kleinen Stadt Westland. So wollte ich erreichen, dass sich der Film beim Schauen des Trailers nicht gleich als "deutsche Ware" entlarvt. Herausgekommen ist dabei ein Film, der weder örtlich noch zeitlich irgendwie verankert ist. Da beides aber für die Geschichte auch vollkommen egal ist, funktioniert es glaube ich sehr gut. Zur Idee - der Film basiert auf dem Kurzfilm "On Air". Als dieser veröffentlicht wurde, kamen Produzenten auf mich zu, die aus der Idee gerne einen Spielfilm machen wollten.

HALLO LÜBBECKE: Uns sind die Stimmen der Schauspieler sehr bekannt vorgekommen. Was hat es damit auf sich?

Carsten Vauth: Gleiches Konzept wie beim Look. Ein Großteil der Schauspieler arbeitet nebenbei auch noch als Synchronsprecher. Man assoziiert also ihre Stimmen mit den Hollywood Filmen die sie synchronisieren. So haben wir stimmlich sogar Jamie Fox, Harrison Ford, Tommy Lee Jones, Brad Pitt und viele andere mehr dabei.

HALLO LÜBBECKE: „Radio Silence“ hat bereits mehrere internationale Preise erhalten. Im Februar feierte der Film Deutschland-Premiere auf dem Filmfestival Genrenale, welches parallel zur Berlinale ebenfalls in Berlin stattgefunden hat. Wie ist der Film beim Publikum angekommen?

Carsten Vauth: Der Film ist sehr gut angekommen. Dazu muss man natürlich sagen, das ein Premieren Publikum meistens auch nicht sehr kritisch ist. Trotzdem - ich habe unheimlich positives Feedback bekommen und auch die Kritiken sind überwiegend sehr sehr positiv. Das freut mich natürlich ungemein. Gerade weil es mein erster Spielfilm ist und so viel Zeit und Arbeit darin steckt.

HALLO LÜBBECKE: Dein Film erscheint nun auf DVD, Blu-Ray und kann auch als Video-on-demand angesehen und erworben werden. Das heisst für Dich: Du hast Zeit für neue Projekte. Gibt es schon konkrete Pläne? Können wir demnächst mit einen weiteren Film von Dir rechnen?

Carsten Vauth: Wenn alles klappt, dann beginnen Ende des Jahres die Dreharbeiten zu meinem neuen Film "Love is blind". Aber dieses Mal wird es kein Horror-Thriller, sonder eine Romantic Comedy. Erstens, weil man recht schnell auf eine Genre festgelegt wird, wenn man gerade am Anfang immer das gleiche macht und zweitens laufen diese Art von Filme in Deutschland halt sehr gut. Und bei aller Liebe zum Film darf man halt nie vergessen, dass es am Ende immer auch ein Produkt ist, was sich verkaufen muss. Aber ich freue mich sehr auf die Dreharbeiten. Es ist ein super lustiges Drehbuch und wir haben tolle Schauspieler dabei.

HALLO LÜBBECKE: Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch!

Der Film „Radio Silence“ ist erhältlich auf DVD, Blu-Ray und als Video-on-Demand.

Amazon: http://bit.ly/RadioSilence

OnDemand: http://bit.ly/RadioSilenceOnline

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