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Barbara Klemm: Star der Schwarzweiß-Fotos

In Zeiten der schnellen, farbigen Bilder, der Digitalfotografie und Video-"Manie" ist schon fast in Vergessenheit geraten, dass alles einmal in schwarzweiß anfing. "Schwarzweiß ist Farbe genug": Treffender als die Fotografin Barbara Klemm, die das Weltgeschehen wie die "kleinen Dinge am Rande" in schwarzweiß festhielt und deren Bilder als fotografisches Gedächtnis der Bundesrepublik gilt, kann man die Vorzüge der Schwarzweiß-Fotografie nicht beschreiben. Wer in den nächsten Monaten - konkret bis zum 9. März 2014, einen Trip nach Berlin plant und ein Faible für Fotografie hat, dem sei die außergewöhnliche Ausstellung "Barbara Klemm - Fotografien 1968 - 2013" im Martin-Gropius-Bau unbedingt empfohlen.

Und in der Tat: Der Gang durch die Klemm-Retrospektive mit rund 300 Bildern ist wie eine Wanderung durch die bundesrepublikanische Geschichte mit all ihren Facetten. Brandt und Breschnew bei der Aushandlung der Ostverträge, Demos, die bis heute unvergessen sind, der Künstler Joseph Beuys in Aktion an gleicher Stelle wie jetzt die Ausstellung oder das Regie-Genie Alfred Hitchcock - die aus Münster stammende Barbara Klemm hielt Personen wie Geschehen unverwechselbar und mit dem Blick fürs Wesentliche fest.

Bilder "komponieren und arrangieren" war und ist bis heute nicht ihr Ding. Ihr Markenzeichen ist der Schnappschuss, die Augenblicksaufnahme - aber so detailreich und ausdrucksstark, als habe sie Menschen und Situationen genau für diesen Moment "arrangiert". Unvergessen sind ihre Bilder, mit denen sie in ihrer Zeit als Redaktionsfotografin bei der FAZ deren Tiefdruckbeilage "Bilder und Zeiten" - eingestellt 1999 - maßgeblich geprägt hat.

"Schwarzweiß ist Farbe genug"

Neben Fotografien aus allen Teilen Deutschlands auch aus der Zeit, in der es noch zwei deutsche Staaten gab, war Barbara Klemm viel unterwegs in der Welt. Vorwiegend zog es sie in Länder, die man damals entweder noch nicht besuchen konnte oder die bis heute nicht auf der Touristik-Route liegen. Manche Länder besuchte sie in größeren Abständen mehrmals und brachte den Bildnachweis mit, dass Verhältnisse Zeiten durchaus überdauern können.

Wer die Ausstellung besucht, sollte sich nicht nur die Zeit für die Fotografien und die zahlreichen, hinter Glas präsentierten Ausgaben von "Bilder und Zeiten" nehmen, sondern auch für den 45-minütigen arte-Dokumentarfilm von 2009 "Schwarzweiß ist Farbe genug. Die Fotografin Barbara Klemm". Er zeigt eine außergewöhnliche, überaus sympathische Frau mit fester Familienbindung, die trotz ihres beruflichen Bekanntheitsgrades nie die Bodenhaftung verloren hat und den Menschen mit natürlicher Freundlichkeit begegnet. Der von den Architekten Martin Gropius und Heino Schmieden erbaute und 1881 als Kunstgewerbemuseum eröffnete Bau - 1945 schwer beschädigt, 1966 unter Denkmalschutz gestellt und erst in den 1980er Jahren restauriert - gilt als eine der schönsten Galerien in Deutschland und hat sich zu einem Mekka für die Fotografie entwickelt - der genau richtige Ort für diese beeindruckende Klemm-Ausstellung.

Ausstellung "Barbara Klemm - Fotografien 1968 - 2013":

im Martin-Gropius-Bau in Berlin
Niederkirchnerstraße 7

Tel: +49 30 254 86-0
, Fax: +49 30 254 86-107

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Montag 10:00–19:00
, Dienstag geschlossen
. Die Kasse schließt um 18:30.
Öffnungszeiten an Feiertagen:
am 01.01.2014 geöffnet

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