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Wenn der Arzt zum Sportplatz muss

Minden -

Was tun, wenn es in der Hüfte zwickt? Unter anderem dieser Frage widmet sich eine Fortbildungsveranstaltung der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie und spezielle Unfallchirurgie des Johannes Wesling Klinikums am 4. März. Der Titel lautet „Sporttrauma Minden – Brennpunkt Hüfte, Kopf“. Den Hauptvortrag „Motivation im Leben und im Sport“ hält der ehemalige Fußball-Nationalspieler Marcell Jansen. Eingeladen sind Ärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten sowie Sportler, Trainer und Betreuer hiesiger Sportvereine im Erwachsenen- und Jugendbereich.

Fortbildung für Mediziner und Hobby-Sportler mit dem ehemaligen Nationalspieler Marcell Jansen.

Professor Johannes Zeichen, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und spezielle Unfallchirurgie (links) und Oberarzt Ulrich Grünwald haben die Fortbildungsveranstaltung organisiert. Eingeladen sind neben Ärzten und Physiotherapeuten auch Hobby-Sportler und Trainer.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Früherkennung von Sportverletzungen im Bereich der Leiste und am Kopf. „Immer mehr Sportler haben Probleme in der Leistengegend. Das betrifft bei weitem nicht nur Leistungssportler, sondern mittlerweile auch Amateursportler und Sportler aus dem Jugendbereich“, sagt Professor Johannes Zeichen, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie und spezielle Unfallchirurgie des Johannes Wesling Klinikums. Den Grund für die zunehmenden Probleme sehen die Mediziner in der wachsenden Geschwindigkeit des Sports. „Das hinterhältige an Leistenschmerzen ist, dass die Ursache oft sehr schwer zu erkennen ist. Leistenschmerzen können durch muskuläre Probleme, Entzündungen, Verschleiß in den Hüftgelenken, Steißbeinverletzungen, Verletzungen im Knorpelbereich, einem Leistenbruch, geschwollenen Lymphdrüsen oder sogar Hodendrehungen ausgelöst werden. Wenn der Arzt nicht genau hinschaut, wird falsch behandelt.

Gleiches gilt für den Sportler: Beschreibt er die Symptome nicht exakt, können die Diagnose und damit die Behandlung nicht richtig sein“, sagt Oberarzt Ulrich Grünwald. In Vorträgen von Professor Wolf-Dieter Reinbold, Direktor des Instituts für Nuklearmedizin am Johannes Wesling Klinikum, Oberarzt Ulrich Grünwald, Dr. Christian Sobau, Dr. Armin Lugeder, Norbert Müller und Dr. Bartos Wojanowski werden Möglichkeit der Diagnosen und Behandlungsoptionen bei Leistenschmerzen vorgestellt.

Im Anschluss spricht der ehemalige Fußballnationalspieler Marcell Jansen über „Motivation im Sport und im Leben“.
In einem zweiten Teil der Veranstaltung geht es um Gehirnerschütterungen im Sport. Tim Brand, A-Jugend Spieler bei GWD Minden, berichtet in einem Podiumsgespräch von seiner Erfahrung mit einer Gehirnerschütterung. Der ehemalige NFL-Profi Peter Heyer erzählt, wie er früher trotz Gehirnerschütterung weiter dem Football hinterher gejagt ist. Heute wäre das in den USA nicht mehr möglich. Unabhängige Beobachter schauen sich die Profispiele an und nehmen Spieler vom Platz sobald sie einen Schlag gegen den Kopf bekommen haben und sich danach etwas merkwürdig bewegen.

„Hier sind gerade im Jugendbereich die Trainer und Betreuer gefordert. Oft merken die Patienten die Gehirnerschütterung nicht. Ein Blick in die Augen, eine Ansprache reicht meist aus, um zu merken, dass etwas nicht in Ordnung ist. Aber man muss hinschauen. Wer trotz Gehirnerschütterung weiter spielt, muss unter Umständen mit schweren Nachwirkungen rechnen“, sagt Oberarzt Ulrich Grünwald. In den Vorträgen berichten Dr. Axel Gänsslen und Dr. Atavros Avgerinos über Diagnose und Schutz vor Gehirnerschütterungen.


Die wissenschaftliche Gesamtleitung der Fachveranstaltung liegt in den Händen von Professor Johannes Zeichen, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie und spezielle Unfallchirurgie. Beginn der Vorträge ist

am 4. März 2017
um 8.30 Uhr

im Hörsaal des Johannes Wesling Klinikums.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro. Zuvor gibt es ab 7.30 Uhr zwei Workshops zum Thema Grundlage der „Kinesiotaping“ von Andreas Sieker und „Orthesen Versorgung“ von der Firma Sporlastic. Die Workshops kosten jeweils zehn Euro.
(Foto und Text: Christian Busse, Pressesprecher, Mühlenkreiskliniken)

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