War es Brandstiftung?Rödinghausen -

Die Ermittlungen im Fall der Explosion eines Wohnhauses in Rödinghausen, im Kreis Herford, sind noch nicht abgeschlossen. Die Gebäudeversicherung will jetzt 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise zur Schadensaufklärung zahlen. Der Sachschaden liegt bei 500.000 Euro.
Zur Aufklärung der Umstände sucht die Polizei Zeugen, die eventuell Angaben über verdächtige Beobachtungen machen können. Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Herford, Tel. 05221-888-0
Rückblende: Die Besitzer des Hauses, Familie Cevi (Trockenbau GmbH) waren über die Feiertage mit den Kindern ins Ausland gefahren. Durch die Druckwelle der Explosion wurden Fensterscheiben des Nachbarhauses demoliert. Durch die Hitzeeinwirkung sind die Rollläden förmlich geschmolzen.
In den frühen Morgenstunden des ersten Weihnachtsfeiertages kam es in der Parkstraße in Rödinghausen zum Brand des Mehrfamilienhauses. Gegen 03.29 Uhr riss ein lauter Knall die Anwohner der umliegenden Häuser aus dem Schlaf.
Nach einer offensichtlichen Explosion stand das Eckhaus an der Einmündung zum Hambachweg in kürzester Zeit in vollem Umfang in Brand und war, als die Polizei und die Feuerwehr nur wenige Minuten später vor Ort eintrafen, bereits in sich zusammengefallen.
Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass unter der Adresse 16 Personen angemeldet sind. Da von Seiten der Feuerwehr nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich die acht Erwachsenen und acht Kinder noch im Gebäude befinden würden, löste die Einsatzleitung der Feuerwehr Großalarm aus. Aus Sicherheitsgründen wurden im Zuge der ersten Maßnahmen zeitgleich 17 Anwohner der Nachbarhäuser evakuiert und der Brandort weiträumig abgesperrt.
Die evakuierten Nachbarn kamen zum Teil in den Räumen der Gesamtschule Rödinghausen oder bei Verwandten unter und wurden dort durch ihre Angehörigen, Bekannten, geschulte Einsatzkräfte und Notseelsorger betreut. Obwohl die Einsatzkräfte der Feuerwehr schnell vor Ort waren, blieb innerhalb kürzester Zeit von dem Haus nur ein Haufen Schutt und Asche übrig.
Erst nachdem das Gebäude vollständig gelöscht war, konnten Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und THW die aufgetürmte Brandstelle nach vermissten Personen durchsuchen. Hierzu wurden sowohl technisches Gerät als auch zwei Spürhunde der Rettungsstaffel OWL eingesetzt. Im weiteren Verlauf musste zur Vermisstensuche auch schweres Räumgerät des THW eingesetzt und der Bauschutt schichtweise abgetragen werden. Darüber hinaus pumpte die Feuerwehr das eingebrachte Löschwasser aus dem Gebäude wieder heraus, um auch die Kellerräume des Gebäudes nach den Vermissten absuchen zu können. Die Durchsuchungen des Gebäudes dauerten bis in die späten Nachmittagsstunden. Erst gegen 18.00 Uhr konnte die Polizei verbindlich Entwarnung geben.
Glücklicherweise hatte es bei der Explosion und dem anschließenden Brand keine verletzten Personen gegeben, da keiner der Bewohner des Gebäudes zu Hause war. Auf Grund der Suchmaßnahmen und schwierigen Bedingungen vor Ort, waren erste kriminalpolizeiliche Ermittlungen nur unter schwierigsten Bedingungen möglich.
