Neuer Schornsteinfeger im KehrbezirkRahden -

Mit einer kleinen Feierstunde im Rathaus in Rahden verabschiedete Landrat Dr. Ralf Niermann den aus Altersgründen ausscheidenden Bezirksschornsteinfeger Klaus Harder aus Rahden und begrüßte als Nachfolger den neuen Bezirksschornsteinfegermeister für den Kehrbezirk Rahden 1 Hartmut Schwarze.
„Jetzt bin ich 51 Jahre Schornsteinfeger und wenn ich mir heute einen Beruf aussuchen könnte, dann würde ich wieder Schornsteinfeger werden“, sagt Harder „Auch wenn der Beruf und die Anforderungen sich gegenüber der Anfangszeit fast völlig verändert haben.“ In den letzten Jahren haben verstärkt Computer und empfindliche Messgeräte Einzug in die tägliche Arbeit genommen. Eine Kehr-Tour mit dem Fahrrad ist durch das umfangreiche elektronische Equipment und das breite Spektrum der Tätigkeiten fast unmöglich geworden.
Seine Ausbildung begann Klaus Harder am 01.04.1961 in Rahden beim Bezirksscheinsteinfegermeister Alfred Altrock. 1964 legte er die Gesellenprüfung ab und zehn Jahre später vor der Handwerkskammer Pfalz in Kaiserslautern die Meisterprüfung. Von 1984 bis 1993 war er zuständiger Bezirksschornsteinfegermeister im Kehrbezirk Herford 1 und von 1994 bis zum Jahresende 2011 in seiner Heimtatstadt Rahden für den Bezirk 1. „Schornsteinfeger bringen nicht nur Glück, Schornsteinfeger sein macht glücklich“, da sind sich Harder und sein Nachfolger Schwarze einig. Schon seit dem Mittelalter gelten die Feger in ihren schwarzen Uniformen als Glücksboten. Damals waren die Gründe eher pragmatischer. Wenn ein Kamin verstopft war, drohte Gefahr. Der Ruß konnte sich entzünden, Gase konnten die Bewohner vergiften. Kaminkehrer waren in solchen Fällen oft die Retter in der Not und bewahrten die Menschen vor Bränden. Dadurch wurden sie zu Glücksbringern. Auch heute noch gilt, dass der Ruß, den der Schornsteinfeger mitbringt, vor Gefahren und Krankheiten schützt. Und besonders viel Glück soll es bringen, einen seiner Knöpfe zu berühren.
Landrat Dr. Ralf Niermann und Bürgermeister Bernd Hachmann dankten Klaus Harder und wünschten Hartmut Schwarze alles Gute für seine neue Aufgabe im Mühlenkreis. Als Vertreter aller Schornsteinfegergesellen nahm der erste Vorsitzende der Kreisvereinigung Minden-Lübbecke, Thomas Blase an der Feierstunde im Rathaus teil.
Die Schornsteinfegerbetriebe im Kreis Minden-Lübbecke haben sich zu einer innovativen Leistungsgemeinschaft zusammen geschlossen und bieten neben den klassischen Aufgaben auch eine umfangreiche Beratung zu den Themen Energie und Umwelt an. (Foto und Text: Oliver Roth, Kreis Minden-Lübbecke)