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Gemeinsam geht alles besser – auch das Stillen

Lübbecke -

120 Länder begehen jedes Jahr die Weltstillwoche.

Ganz vorsichtig malt Doreen (13) an dem Löwenkopf auf Kimberly Berghahns Bauch. Das Motiv ist mit Bedacht gewählt: Das Baby soll Leon heißen. (Foto: MKK)

120 Länder begehen jedes Jahr die Weltstillwoche. Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Unicef setzen sich auf diese Weise dafür ein, das Stillen zu fördern. Auch das Krankenhaus Lübbecke-Rahden beteiligte sich in diesem Jahr wieder an der Aktionswoche – mittlerweile bereits zum dritten Mal. Das Motto der Weltstillwoche 2017 lautete: „Stillen unterstützen – gemeinsam“. Angesprochen waren also ausdrücklich nicht nur junge und noch werdende Mütter, sondern ihr gesamtes Umfeld.

Drei Tage lang, vom 4. bis zum 6. Oktober 2017, wurden im Krankenhaus Lübbecke kostenlose Workshops und Vorträge angeboten. Die Bandbreite reichte vom Tragetuchworkshop bis zum Kinderbrei-Kochstudio, vom Stillfragen-Speed-Dating bis zum Großelternnachmittag. Denn die Entscheidung, sein Kind zu stillen, hat vielfältige Auswirkungen. Entsprechend bunt war auch das Programm der Weltstillwoche in Lübbecke.

Die positiven Effekte des Stillens für Mutter und Kind sind unumstritten. „Stillen leistet einen großen Beitrag zur Volksgesundheit“, so Dr. Albert Neff, der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Die WHO empfiehlt, Babys mindestens ein halbes Jahr lang voll zu stillen. Und die meisten Schwangeren nehmen sich das auch vor. Aber ohne Unterstützung von außen wird es schwierig, wissen die Hebammen Marion Skeretsch und Frauke Werner-Winkelmeier. „Junge Mütter können nicht drei Wochen nach der Geburt wieder alles genauso managen wie vorher. Sie brauchen Zeit, um eine Bindung zu ihrem Kind aufbauen zu können. Früher gab es das Wochenbett als geschützte Zeit für Mutter und Kind, aber das ist leider immer mehr in den Hintergrund getreten“, so die Expertinnen. Statt Wochenbett heißt es jetzt: möglichst schnell zurück zur alten Routine. Und die ist nicht immer still-freundlich.

weltstillwoche in Lübbecke

Praxistest bestanden: Zum Veranstaltungsangebot der Weltstillwoche im Krankenhaus Lübbecke-Rahden gehörte auch ein Workshop zur Breizubereitung. Von links: Annette Kasten, Marion Skeretsch, Dr. Albert Neff, Sabine Möller mit Tochter Jooske Marie, Frauke Werner-Winkelmeier, Verena Kröger und Stephanie Harder mit Sohn Aiven Phelias. (Foto: MKK)

„Der Wunsch zu stillen ist da, aber die Umsetzung ist das Problem. Jede Mutter bringt ja ihre persönliche Geschichte und ihre persönlichen Lebensumstände mit“, sagte Marion Skeretsch. „Wo der nötige Rückhalt durch die Familie vorhanden ist und sich die Mutter aus Überzeugung und ganz in Ruhe dem Aufbau einer Bindung zum Kind widmen kann, da stehen die Chancen gut, dass eine gelungene Stillbeziehung in Gang kommt“, sagte Ina Bösch, Still- und Laktationsberaterin.

Mit einem „Speed-Dating“ ermöglichte sie allen Interessierten – nicht nur Müttern – einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in Stillfragen. „Für ausführliche Gespräche ist im Stillcafé, das regelmäßig im Krankenhaus Lübbecke stattfindet, dann mehr Zeit.“

Zum Programm der Weltstillwoche gehörten außerdem drei Vorträge, in denen der Fokus auf Entwicklungsförderung lag. Referentin Astrid Stühmeier informierte darüber, wie die „Marte-Meo“-Methode zur Unterstützung der Kindesentwicklung eingesetzt werden kann. Mit Hilfe von Videoaufzeichnungen können Eltern ihre Beziehung zum Kind reflektieren und das Kind besser „lesen lernen“, wie Frauke Werner-Winkelmeier es nennt. „Denn nicht jedes Quäken ist ein Hungerzeichen.“

Der Vortrag von Gudrun von der Ohe widmete sich dem „sicheren Babyschlaf“. Was lässt sich tun, um das Risiko des Plötzlichen Kindstods zu minimieren? Beim „Großeltern-Nachmittag“ schließlich waren ausnahmsweise mal nicht die Eltern, sondern die Omas und Opas angesprochen: Wie können sie die Eltern-Kind-Bindung wirkungsvoll unterstützen und was können sie tun, um die Entwicklung ihrer Enkel zu fördern? Mit dem Referenten Dr. Helmut Schöpfer stand hier ein echter „Altmeister der Kinderheilkunde“, wie Frauke Werner-Winkelmeier hervorhob, als Gesprächspartner zur Verfügung, der auf eine Fülle eigener Erfahrungen als Arzt und Großvater zurückgreifen konnte. 

weltstillwoche in Lübbecke

Im Eingangsbereich des Krankenhauses war ein Infostand zum Thema Stillen aufgebaut. (Foto: MKK)

Mindestens ebenso wichtig und gut besucht wie die Informationsveranstaltungen waren die praktischen Angebote der Weltstillwoche. Beim „Schwangerenpainting“ malten Schülerinnen und Schüler der Birger-Forell-Sekundarschule Espelkamp und des Gymnasiums Rahden kleine Kunstwerke auf runde Schwangerenbäuche. Ein Event, das in sehr entspannter Atmosphäre stattfand und sowohl den Künstlern als auch den werdenden Müttern großen Spaß bereitete, zumal noch eine Fotosession dazugehörte. So entstanden einmalige Erinnerungsfotos an eine ganz besondere Zeit.

Oder die Küchentipps von Verena Kröger für „die Zeit danach“: Sie informierte über den richtigen Zeitpunkt zur Einführung von Beikost und über gesunde Breizubereitung. Denn es muss nicht immer das Fertiggläschen sein. „Selberkochen geht schnell, ist einfach und kostengünstig“, sagte Verena Kröger. Ein Tragetuchworkshop von Tanja Möller und eine Führung durch Kreißsaal und Wochenstation rundeten das Angebot der Weltstillwoche ab.

Auf eines legten dabei alle Beteiligten großen Wert: „Wir wollen nicht missionieren und niemanden unter Druck setzen. Es kann auch gute Gründe geben, sich gegen das Stillen zu entscheiden, und es ist allemal besser, liebevoll das Fläschchen zu geben, als unter Zwang zu stillen“, betonte Marion Skeretsch.

Die Weltstillwoche im Krankenhaus Lübbecke-Rahden sollte Müttern helfen, sich bewusst für das eine oder andere zu entscheiden. Und sie sollte Mut machen, beim Stillen nicht vorzeitig aufzugeben. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der Anfang manchmal schwer sein kann. Aber es lohnt sich durchzuhalten“, sagte Eva Warneke, erste leitende Hebamme am Krankenhaus Lübbecke-Rahden. Stillberaterinnen, Hebammen und Ärzte wollen ihren Beitrag dazu leisten. Denn so viel steht fest: Gemeinsam geht alles besser – auch das Stillen.
(Text: Mühlenkreiskliniken AöR)

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