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Friedhöfe: Ästhetik zwischen Kultur und Natur

Lübbecke -

In vielen Bereichen erleben wir heutzutage einen Wandel. Diesen gilt es möglichst frühzeitig zu erkennen und darauf im Rahmen zukünftiger Überlegungen zu reagieren.

Dagmar Kuhle ist eine gefragte Expertin, wenn es um die zukunftssichere Gestaltung von Friedhöfen geht. Foto: Diakon Michael Biesewinkel, Ev. Kirchenkreis Lübbecke 

In vielen Bereichen erleben wir heutzutage einen Wandel. Diesen gilt es möglichst frühzeitig zu erkennen und darauf im Rahmen zukünftiger Überlegungen zu reagieren. Diese Erkenntnis gilt auch für die heutige Bestattungskultur, so dass auch in Bezug auf die Gestaltung von Friedhöfen eine Zukunftsplanung wichtig ist.


Die Evangelische Kirchengemeinde Nettelstedt hatte deshalb in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Lübbecke in das Evangelische Gemeindezentrum Gabriel-Kirche zu einem Vortragsabend mit dem Titel „Friedhof – Was nun?“ eingeladen. Als Expertin war Dagmar Kuhle von der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. angereist, Die Diplom-Ingenieurin für Landschafts- und Freiraumplanung gestaltete für die Anwesenden einen ebenso spannenden wir erkenntnisreichen Abend.

Zunächst wagte sie einen historischen Rückblick. Während einige Jahrhunderte das Bestattungswesen Sache der Kirche war, entwickelten sich erst im Zuge der Reformation die heute bekannten räumlich getrennten Friedhöfe. Auch Martin Luther trug dabei entscheidend zum heutigen Verständnis eines Friedhofes als Ort der Ruhe und Bedächtigkeit bei. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Friedhofsgestaltung dabei immer wieder.

Da der Ort der Trauer anfänglich mehr im Gebet lag, waren sie eher farblos gestaltet. Erst um 1800 entstanden Friedhöfe als Gärten. Später wurden daraus Landschaftsgärten. Der heute noch bekannte Waldfriedhof und architektonisch gestaltete Friedhöfe entwickelten sich in der Folge.

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Alle Friedhofsformen stehen heute vor Veränderungen. Es ist festzustellen, dass es tendenziell mehr Urnenbestattungen gibt, die weniger Platz benötigen. Wichtig sei es laut Kuhle zu überlegen, wie man die dadurch entstehenden Freiflächen sinnvoll nutzen könne. Sie wies auch darauf hin, dass sich durch die Mobilität der Menschen das Bestattungsverhalten verändert habe.

Eine Bestattung müsse heute zunehmend kostengünstig sein, da die familiären Bindungen vielfach nicht mehr so stark seien. Auch alternative Bestattungsformen als Ergänzung zum klassischen Friedhof würden heuten für Veränderungen sorgen.  Die kulturelle und religiöse Vielfalt der Gesellschaft führe zu einer Vielzahl unterschiedlicher Friedhöfe mit vielschichtiger thematischer Ausrichtung.

Dagmar Kuhle ist sich sicher, dass dem Rahmen des Friedhofes zukünftig wieder mehr Bedeutung zukommt.  Sie weist auf die Wichtigkeit ästhetischer Bilder hin und rät zu einer Balance zwischen Natur und Kultur bei der Friedhofsgestaltung. Friedhöfe würden wieder mehr und mehr zu Orten des Gedenkens, in der das Vergängliche präsent sichtbar wird.

Immer wieder macht sie den Anwesenden dabei ihre Erkenntnisse in Form von praktischen Beispielen deutlich und gab Tipps für die zukünftige Gestaltung von Friedhöfen. Eine rege Diskussion setzt den Schlusspunkt für einen informativen Abend.
Text: Diakon Michael Biesewinkel, Ev. Kirchenkreis Lübbecke 

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