
Wittemöller Rechtsanwalt und Notar
Ostertorstraße 5
32312 Lübbecke
Tel. 05741 - 337800
Fax 05741 - 337999
Firmenwebseite: www.wittemoeller.com
E-Mail Adresse: berndwittemoeller@wittemoeller.com, felixfabis@wittemoeller.com
Öffnungszeiten:
Nach Vereinbarung
Bernd Wittemöller ist Jurist und Notar mit langjähriger Berufserfahrung. 1982 ließ er sich in Lübbecke als Rechtsanwalt nieder, 1991 erhielt er seine Zulassung als Notar mit dem Amtssitz in Lübbecke. Zwischen 1990 und 2005 baute er die überörtliche Sozietät Wittemöller & Partner mit Standorten in ganz Deutschland, 35 Berufsträgern sowie 100 Mitarbeitern auf. 2005 schied er aus der Sozietät aus. Heute konzentriert sich Bernd Wittemöller auf das Notariat und Spezial-Rechtsberatung. Mitte 2008 hat er seine Kanzlei mit Dr. Felix Georg Fabis verstärkt.
Schwerpunkte der rechtsanwaltlichen Beratung, die Bernd Wittemöller anbietet, sind u.a. Gesellschaftsrecht, Erbrecht, Stiftungsrecht und Kaufvertragsrecht. Daneben hat er sich Spezialkenntnisse erworben auf dem Gebiet der Unternehmensnachfolge, Energierecht mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien sowie Banken- und Wertpapierrecht. Bernd Wittemöller ist Aufsichtsratsvorsitzender eines Unternehmens in der Banken-Compliance, also einer Gesellschaft, die Verstöße gegen das Banken- und Wertpapierrecht untersucht. Weiter trägt er Verantwortung als Generalbevollmächtigter der AGRIDEA BioPower GmbH und der NordMethan GmbH und ihrer Tochtergesellschaften. Die Tätigkeitsschwerpunkte von Dr. Felix Georg Fabis reichen vom Handels- und Gesellschaftsrecht über das Vertragsmanagement bis zu Familienunternehmen. Seit 2006 ist er Beirat eines Unternehmens in der Werbebranche. Außerdem ist er Lehrbeauftragter an der Wirtschaftsfakultät der Privaten Universität Witten/Herdecke seit 2007 und hat durch Veröffentlichungen in Fachzeitschriften auf sich aufmerksam gemacht.
AUFBAUHILFE IN DEN NEUEN LÄNDERN
1990 endete die deutsche Teilung mit der Wiedervereinigung. Begonnen hatte sie mit dem Fall der Mauer im November 1989, vollzogen wurde sie mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990. Für den Lübbecker Rechtsanwalt Bernd Wittemöller begann schon im April 1990 eine ausgesprochen spannende Zeit bei der Aufbauhilfe in den so genannten Neuen Bundesländern. 20 Jahre später blickt er zurück auf die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung.
Damit wurde ein neues Kapitel in der deutschen Geschichte aufgeschlagen - ein Kapitel, das bis heute geprägt ist von Erfolgen und Misserfolgen in allen Lebensbereichen. Damals, vor fast genau 20 Jahren, wurde er von einer Unternehmensberatung gefragt, ob er nicht vor Leitungsorganen der ehemaligen DDR, in einem Kombinat in Leipzig, über deutsches Gesellschaftsrecht referieren wolle. "Natürlich wollte ich. Und bin also mit einem dicken Manuskript ans Rednerpult getreten. Da habe ich aber schnell gemerkt, dass sich niemand im Raum für Fragen in Sachen Aktiengesellschaft, GmbH oder OHG interessiert. Nach einem halben Tag habe ich mein Jackett ausgezogen, habe mich zwischen die Menschen gesetzt und sie gebeten, mich das zu fragen, was sie wirklich interessiert." Und was wollten sie wissen? "Sie wollten wissen, wie das wirkliche Leben in Westdeutschland funktioniert, wie Autokauf geht, wie man sich krankenversichert."
Bernd Wittemöller, der nie zuvor im Arbeiter- und Bauernstaat gewesen war und auch keine verwandtschaftlichen Bindungen dorthin hatte, erkannte schon auf der ersten Fahrt durch das herunter gekommene Land: "Hier kannst du arbeiten und aufräumen." Und er war sehr schnell begeistert von den Menschen, die zu einem kompletten Neuanfang bereit waren... Und so überließ er kurzerhand sein Büro in Lübbecke jüngeren Kollegen und ging "nach drüben". Da er als Konkursverwalter Erfahrung hatte, suchte und fand er sofort Kontakt zur Treuhand-Anstalt, stellte sich dort vor - "und ging mit drei Fällen wieder raus. Das ging damals ziemlich hemdsärmelig zu", erinnert er sich heute an die Sanierungsaufträge, die u. a. einen Hähnchenmastbetrieb und ein Metall verarbeitendes Unternehmen im Geflügelmastbereich betraf. "Montagabends bin ich mit viel Coca Cola und Schokolade und einem dicken B-Netz-Telefon nach Berlin oder Leipzig gefahren, donnerstags ging es wieder zurück, und der Freitag war für die Arbeit im Büro Lübbecke reserviert." Rund 100.000 Kilometer ist Wittemöller in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung pro Jahr zwischen Lübbecke und verschiedenen Zielen in den Neuen Ländern gefahren. Rund 25 Unternehmen hat er als Liquidator/Abwickler für die Treuhand zwischen Rostock und der Lausitz abgewickelt. Darunter befanden sich auch große Objekte wie allein ein Dutzend ehemalige Staatsgüter sowie diverse Gesellschaften aus den unterschiedlichsten Branchen, u.a. die Stickstoffwerke AG Wittenberg-Piesteritz. Dieses Unternehmen beschäftigte den Lübbecker Juristen längere Zeit sehr intensiv. Denn ihm fiel die nicht leichte Aufgabe zu, die Zahl der Mitarbeiter von ehemals rund 9.000 auf ca. 750 Arbeitnehmer zu reduzieren und das riesige Industriegelände samt Deponie sanieren zu müssen. Nicht ohne Stolz bilanziert Bernd Wittemöller, "dass die erforderliche Sanierung bis heute gut gelungen ist".
Seine erfolgreiche Arbeit führt Wittemöller insbesondere darauf zurück, "dass ich nie den Wessi raushängen ließ und immer versucht habe, die Menschen in Abläufe und Entscheidungsprozesse mit einzubinden". So hat er in seinem Berliner Büro von Anfang an nur Ostjuristen beschäftigt; erst viel später kamen "Westler" dazu. Beeindruckt war er auch vom Fachwissen der Menschen in den Leitungsorganen der DDR-Firmen: "Die waren richtig gut. Die haben auf einer DIN-A4-Seite eine ganze AG dargestellt - und die Zahlen stimmten perfekt."
Bis 1997/98 ging diese "heiße Phase" insbesondere im Bereich des wirtschaftlichen Zusammenwachsens. Danach lief die Entwicklung langsam in geordneten Bahnen weiter. "Blühende Landschaften, wie von Politikern damals versprochen, waren in dieser kurzen Zeit nicht zu machen. Überhaupt hat die Politik damals die DDR-Ressourcen völlig falsch eingeschätzt und auch völlig falsch genutzt. So passte beispielsweise die D-Mark-Eröffnungsbilanz mit Bewertung von Anlagevermögen überhaupt nicht. Bilanzmäßig waren die Firmen sehr wohlhabend, der tatsächliche Wert aber war viel niedriger. Und das führte letztlich zu völlig falschen Zahlen, was wiederum falsche politische Weichenstellungen zur Folge hatte. "Überhaupt war die wirtschaftliche Abwicklung der DDR ein Mengenproblem, was dazu geführt hat, dass die Menschen stark vernachlässigt wurden", sagt Bernd Wittemöller heute in seiner Rückschau. In Berlin, Leipzig, Frankfurt an der Oder und in der Lübbecker Partnerstadt Bad Liebenwerda in Süd-Brandenburg gründete er Büros, die er später teilweise an lokale Anwälte verkaufte. Sein Büro in der Hauptstadt - Schwerpunkt der Arbeit hier war wirtschaftsrechtliche Beratung - behielt er bis 2006; seitdem betreut er Mandanten nur noch von seiner Praxis in Lübbecke aus.
Wie bewertet der Jurist heute sein Engagement von damals: "Damals habe ich Erfahrungen gemacht, die ich nie missen möchte. Ich habe sehr viel gelernt - menschlich, rechtlich und wirtschaftlich. Bei der Abwicklung der DDR-Betriebe habe ich viel Kompetenz im Gesellschaftsrecht erworben, wovon ich noch heute profitiere." Ob die Eingliederung der neuen Länder in das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche System der "alten" Bundesrepublik Deutschland gelungen ist, ist nach Wittemöllers Ansicht noch nicht zu bewerten. Aber: "Wir haben damals alle an einer historischen Schnittstelle gearbeitet. Ob falsch oder richtig - das wird sich erst in den nächsten Jahrzehnten zeigen." (Fotos: HALLO LÜBBECKE / SKW STICKSTOFFWERKE PIESTERITZ GMBH)